Fragen wie diese …

„Du Advocat? Rechtsanwaltin“

Ich nicke.

Es hat sich unter den Flüchtlingen herumgesprochen.

Ich stelle Anträge, telefoniere mit Behörden, beantworte Fragen.

Um den Tisch in meinem Hof stehen Quard, ein Christ aus Damaskus, Farhan, ein Jeside aus Irak und Mehmed, ein Kurde aus Irak.

Alle sind sie nicht älter als zwanzig und ihre Familien, so sie noch leben, sind verstreut in aller Welt oder zurück gelassen in katastrophalen Verhältnissen.

„Kannst du sagen; warum Farhan hat 3 Jahre, warum ich hab 1 Jahr, warum Mehmed hat 3 Monat?“

„Was Du kannst machen? Warum ich nicht 3 Jahre?“

Ich kann nicht antworten. Es gibt keine Antwort.

Was ich verstehe: es geht hier nicht um ein Strafmaß.

Hier geht’s um das Leben, ums Überleben.

Was sie alle wollen:

Lebenslänglich.

2 Gedanken zu „Fragen wie diese …

  1. Es macht mich so unsagbar traurig und wütend, spüre ich doch eine hilflose Willkür. Ist das „willkommen heißen“?

    1. Das ist willkommen heißen nicht zuende gedacht. Und nicht zuende gedacht werfe ich denen vor, die da willkommen heißen. sowas kann nur nach hinten losgehen. schön, dass es menschen wie mo gibt, die sich diesem unsäglichen bürokratiewust stellen. ich hätte nicht den nerv dazu, ganz ehrlich.

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