Nach der Sommerpause

Weiter geht’s.
Wir haben ereignisreiche Zeiten hinter uns: Und ja, ich bin nach kurzem Südtirolurlaub nicht ganz so erholt, wie ich es mir gewünscht hätte.
Dennoch: Es gibt Neuigkeiten, die Zuversicht schenken und das Weitermachen erleichtern.

Willkommen
Ein kleiner Knabe bereichert uns seit einigen Wochen, Jonas sein Name, und die Eltern sind eifrig bemüht, ihm den Start ins Leben so schön wie möglich zu machen.
Ali kann seine Familie endlich hier begrüßen, in Sicherheit, lange erwartet und wir wollen alles tun, damit die Familie nun eine gute Perspektive bekommt.

Beruf
Mustafa und Ali machen Praktikum bei Ralf Birk und wir drücken die Daumen, dass es für alle eine Bereicherung ist. Und Ahmad hat eine Lehrstelle.

Kultur
Wer es nicht bereits der Presse entnahm; jippieh, wir sind aufgenommen in ein Förderprogramm der Bundesregierung für Ländliche Entwicklung. 10000 Ocken.

Streuobstwiesen, Bienenweiden, Magerrasen, wir kommen.

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Quelle: http://www.kreis-anzeiger.de/lokales/wetteraukreis/buedingen/engagement-wird-unterstuetzt_18100549.htm

Hussam’s Ausreise

Aktuelle Hinweise – Ausreiseaufruf
Das Auswärtige Amt ruft angesichts der aktuellen Lage weiterhin zur sofortigen Ausreise aus folgenden Landesteilen des Irak auf:
Provinz Ninewa (Provinzhauptstadt Mosul), 
Provinz Anbar (Provinzhauptstadt Ramadi), Provinz Salah Al-Din (Provinzhauptstadt Tikrit), 
Provinz Ta’mim (Provinzhauptstadt Kirkuk)
Auch für den Großraum Bagdad und den Norden der Provinz Babel wird eine vorübergehende Ausreise dringend empfohlen.
Die terroristische Organisation IS konnte zwar zuletzt zurückgedrängt werden, kontrolliert aber weiterhin  Teile der Provinzen Ninewa, Salah Al-Din und Anbar. Es muss dort weiterhin mit schweren Anschlägen und offenen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen IS-Verbündeten und den irakischen Sicherheitskräften, regional-kurdischen Peschmerga, Milizen und auch mit US-Luftschlägen gerechnet werden Seit Anfang August 2014 ist davon vor allem der Großraum Mossul betroffen. In der Provinz Ta’mim kommt es regelmäßig zu Kämpfen zwischen terroristischen Gruppen und kurdischen Peschmerga. Vom 26.4.2017

Adieu sagen
Unser Freund Hussam hat sich auf den Weg zurück gemacht.
Abflug 26.4.2017.14 Uhr Fankfurt Airport, Richtung Amman, dann weiter nach Bagdad. Ankunft Bagdad Airport ca.22Uhr. Aufenthalt in Deutschland 1,5 Jahre.
34 Kg. Gepäck. 600 Euro Bargeld. Asylantrag abgelehnt. Offensichtlich unbegründet. Kein subsidiärer Schutz. kein Aufenthalt. Keine Duldung. Ausreisepflicht innerhalb 30 Tage. Freunde verloren. Freunde gefunden. Unsichere Perspektive. Die Zeit ist nicht dein Freund.
Coming and going. farewell – goodbye Hussam, Gilgamesh, schön dass wir uns trafen.
Wir sehen uns, versprochen, hier oder bei dir in eurem wunderbaren Land, dem Land an Euphrat und Tigris, der Wiege der menschlichen Zivilisation, und immer, wenn die Apfelbäume blühen.

Afrokubanischer Abend im Kulturverein ueber.land

Die Ausstellung „Afrokubanische Kunst und Kultur“ war ein Ereignis der besonderen Art hier in der Scheune. Linda Starbatty und ihr Kollege Francisco Gordillo gaben uns die Ehre einige ihrer international bekannten Kunstwerke zu präsentieren.

Der Künstler Francisco Gordillo Arredondo ist „Santero“ der kubanischen Yoruba-Religion. Seine Werke sind im Kosmos der Mythen und Legenden der „Orishas“ verankert.
Die Malereien seiner „Orishas“ sind sehr vielschichtig und tiefgründig,  für nicht Eingeweihte wirken sie geheimnisvoll und beflügeln die Phantasie. Die ausdrucksstarken Körper und Köpfe sind symbolgeladen (Farben und Beigaben). Ihr sinnlicher Ausdruck steht für die all umfassende Lebensenergie der kubanischen Religion.

Die Werke der Künstlerin Dr. Linda Starbatty spiegeln ihre Eindrücke der Kultur, der Landschaften des kubanischen, tropischen Regenwaldes, der Architektur Havannas und der gemalten Götterwelt der Yoruba-Religion. Ihre Werke gaben uns einen außergewöhnlichen Einblick in die prächtig schillernde Kultur Kubas.

Wir hatten einen inspirierenden Abend und bedanken uns bei den Künstlern und unseren Gästen.

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mehr dazu auf der Internetseite von Kulturverein ueber.land e.V.

Fotos von Karin Kirti

Pressestimme – Workshop für internationalen Poetry-Slam

aus „Mittelhessen-Bote“, Mittwoch, 8. März 2017

Den etablierten Schriftstellern den Spiegel vorhalten

Workshop für internationalen Poetry-Slam in Calbach / Bildung als zentrales Anliegen

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Die Teilnehmer des jüngsten Poetry-Slam-Workshops in Calbach. (Foto: Groth)

B ü d i n g e n – C a l b a c h
(bg). Während in größeren Städten Poetry Slam-Veranstaltungen immer öfter angeboten werden, sind sie im ländlichen Bereich noch eher selten. Poetry Slam, zu deutsch Dichterwettstreit, ist ein moderner, literarischer Vortragswettbewerb, in dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Bewertet werden dann sowohl der Inhalt der Texte als auch die Art des Vortrags. Um dieses Format hier populärer zu machen, will der im vergangenen Jahr gegründete Kulturverein „ueber.land“ Abhilfe schaffen und lud für Samstag zu einem Workshop in die Kulturscheune nach Calbach ein.
Es ist war das dritte Angebot dieser Art, zu dem Andreas Arnold aus Friedberg gemeinsam mit dem Kulturverein „ueber.land“ zum Mitmachen aufforderte.
„Wir sind froh, dass wir mit Arnold einen Meister der Formulierung für diesen Intensivkurs gewinnen konnten“, so die Vorsitzende des Vereins, Monika Schmidt-Glenewinkel.
„Unter sachkundiger Anleitung von Arnold von Poetryslam Wetterau haben die zwölf Teilnehmer in vier Stunden Gelegenheit, ihre Texte zu Papier zu bringen. Es ist eine Einladung zum Erzählen und Zuhören und zum Verstehen. Abends können die Künstler ihre Werke dann vor Publikum präsentieren.“
Dabei fungieren fünf der Besucher als Jury und bewerten die Beiträge. Arnold, von Hause aus Kriminalstatistiker und somit eigentlich aus einem anderen Metier, ist Mitglied des Friedberger Vereins „Helden Theater“. Dort gibt es eine Poetry-Slam-Sparte, die in diesem Jahr 25 Veranstaltungen organisieren wird, so viele wie nie zuvor. „Der Poetry Slam kommt ursprünglich aus den USA, allerdings ist dort die Redezeit viel kürzer“, erklärt er. „Bei uns sind es zwischen sechs und zehn Minuten, in Amerika darf man maximal drei bis vier Minuten reden. Das reicht in der Regel nur für verdichtete Lyrik. Toll finde ich an dem Format, dass es einen generationsübergreifenden Bezug hat.
Von 17 bis 70 Jahre – jeder kann mitmachen.“
Arnold, der schon seit 15 Jahren schreibt, hat vor kurzem sein erstes Buch „Fionrirs Reise“, in der ein kleiner Drache die Hauptperson ist, herausgegeben. „Die Schriftstellerei ist meine Passion und bereits mit 18 Jahren habe ich Gleichgesinnte um mich geschart“, erinnert er.
Seit dem Jahr 2008 ist er als Blogger im lyrischen Bereich aktiv und seit nunmehr sechs Jahren verschrieb er sich der Organisation und Ausrichtung von Poetry-Slam-Events.
„Nach einer Kennenlernrunde werden wir in die Praxis einsteigen“, sagte er bei seiner Begrüßung. „Es ist jedem selbst überlassen, welche Elemente in Sachen Prosa, Poesie oder Comedy er einfließen lassen möchte.“ Wie Arnold erläuterte, gehöre schon etwas Mut dazu, die verfassten Gedichte vor Publikum zu präsentieren. „Ergreift die Gelegenheit und fühlt euch frei, eure Gedanken und Ideen spazieren zu führen. Sie werden es euch danken“, motivierte er.
Etwas Nervosität gehört bei einem Auftritt immer dazu. Aber hier ist es ein familiärer Rahmen und mit jedem kann Blickkontakt aufgenommen werden. Wer möchte, kann auf die Bühne und etwas vortragen. Poetry Slam ist ein satirischer Spiegel, der den elitären Schriftstellern diesen vorhält.
Genug Ideen für witzige wie tiefgründige Dichtkunst brachten die Jugendlichen mit, denn „Warum trinkst du deinen Tee nicht?“ oder „Ich habe kein Familie mehr“ wählten sie als Titel.
Wie die Vorsitzende erläuterte, ist es dem Verein besonders wichtig, auch Flüchtlinge in die Kulturarbeit einzubeziehen.
„Bei uns wird Integration gelebt“, so Schmidt-Glenewinkel. „Bildung ist uns ein zentrales Anliegen, aber auch die Wertschätzung für die Gegend, in der wir wohnen.
Eng arbeiten wir mit der Initiative ‚Jugend lebt Kultur‘, kurz Juleku, aus Büdingen zusammen.“